Das ist bei der Aktualisierung der PHP-Version zu beachten

von Jeannette Sachse

Aktualisierung der PHP-Version bei Webseiten
Dieser Beitrag wurde am 13. November 2018 aktualisiert.

Aktuelle Meldung:
Handeln Sie jetzt! Die Unterstützung für PHP 5.6 läuft am 31.12.2018 aus, das ist die letzte Version von PHP 5. Für PHP 7.0 ist bereits am 03.12.2018 Schluss. Beide Versionen werden nach diesen Stichtagen nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt. Wenn Ihr Provider keinen verlängerten Service für diese Versionen anbietet und Sicherheitslücken aufgedeckt werden, sind Webseiten die diese oder ältere Versionen verwenden, potenziell gefährdet und angreifbar.

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

jeder Website- oder Shopbetreiber sollte unbedingt eine aktuelle PHP-Version verwenden. Denn in vielen Fällen laufen Websites noch mit veralteten PHP-Versionen. Das birgt ein enormes Sicherheitsrisiko in sich! Achten Sie deshalb darauf, dass Sie stets eine aktuelle PHP-Version verwenden, um Ihr System und Ihre Website sicher und stabil zu halten.

Aber oftmals wissen Websitebetreiber nicht, dass sie sich um die Aktualisierung von PHP aktiv kümmern müssen. Darum sollten Sie aufmerksam werden, wenn Ihr Provider Ihnen eine Nachricht schickt, dass Sie PHP aktualisieren sollen oder wie jetzt gerade aktuell, PHP 5 abgeschaltet wird. Ignorieren Sie diese Nachrichten niemals! Denn jetzt wird es höchste Zeit zu reagieren, um einen Ausfall der Website vorzubeugen und zusätzliche Kosten zu vermeiden. Einige Provider schalten veraltete PHP-Versionen ab, andere widerum bieten einen kostenpflichtigen Extended-Service, der im Fall von inkompatiblen Programmen etwas Zeit für notwendige Anpassungen verschafft.

Was ist eigentlich PHP?

PHP ist eine sogenannte Scriptsprache. Viele dynamische Websites, Shop-Systeme und Content-Management-Systeme (CMS) basieren auf PHP wie z. B. Contao, Typo3 oder WordPress. Mit hoher Wahrscheinlichkeit verwendet auch Ihre Website ein CMS, welches auf PHP basiert. PHP ist kostenlos und wird ständig weiterentwickelt sowie aktualisiert.

Warum aktualisieren?

Für jede Version wird für einen bestimmten Zeitraum durch die Entwickler von PHP Support gegeben. Hier werden Sicherheitslücken geschlossen, aber auch Verbesserungen eingepflegt. Endet der Support, wie z. B. bei PHP 5.6 am 31.12.2018, dann ist Ihre Website angreifbar, wenn sich neue Sicherheitslücken auftun. Um dieses Sicherheitsrisiko zu minimieren, sollten Sie rechtzeitig aktualisieren! Außerdem werden die veralteten Versionen von den Providern irgendwann abgeschaltet und Ihre Website funktioniert dann nicht mehr.

Wie führe ich eine Aktualisierung durch und was muss ich beachten?

Der Wechsel auf eine aktuelle PHP-Version kann bei den meisten größeren Providern in den PHP-Einstellungen des Kundencenters mit ein paar Klicks erledigt werden. Aber Vorsicht! Das ist nur die halbe Miete. Informieren Sie sich vorher, ob Ihre Website, das CMS, die Anwendungen, Erweiterungen und Plugins mit der aktuellen PHP-Version kompatibel sind. Im schlimmsten Fall ist die Website nach der Aktualisierung erst einmal nicht erreichbar. Sorgen Sie vor der Aktualisierung für ein aktuelles Content-Management-System, vergessen Sie nicht die Plugins, Erweiterungen und das Theme auf den aktuellen Stand zu bringen.

Testen Sie nach der Aktualisierung genau. Ist die Website erreichbar? Funktionieren alle Formulare, Erweiterungen oder Plugins? Ist das Backend des CMS erreichbar? Sollte es einmal Probleme geben, schauen Sie nach veralteten Erweiterungen oder Plugins. Oftmals werden diese nicht mehr weiterentwickelt und rufen dann Probleme hervor, auch wenn das letzte aktuelle Update eingespielt wurde. Wenn nichts mehr geht, können Sie auch erst einmal in die ältere, zuvor verwendete PHP-Version zurückwechseln.

Tipp: Wie erkenne ich welche PHP-Version gerade verwendet wird?

Zum einen sehen Sie die eingestellte Version im Kundencenter Ihres Providers oder aber mit Hilfe einer kleinen Datei. Öffnen Sie einen Texteditor (z. B. WordPad) und erstellen Sie eine Datei mit folgendem Inhalt:

<?php
phpinfo();
?>

Speichern Sie die Datei unter dem Namen info.php ab und laden Sie diese per Ftp auf Ihren Webserver. Der Aufruf im Browser erfolgt mit: www.example.com/info.php (Ersetzen Sie example.com mit Ihrer Websiteadresse). Sie sehen nun neben einer Reihe weiterer Informationen die verwendete PHP-Version. Diese Variante zeigt die tatsächliche PHP-Version an. Sollte nämlich ein Eintrag in der .htaccess-Datei existieren, überschreibt er den Eintrag im Kundencenter des Providers.

Kann ich die Umstellung wieder rückgängig machen?

Solange Ihr Provider ältere Versionen unterstützt, können Sie auch erst einmal zu der älteren Version zurückwechseln und so quasi einen Test durchführen. Laufen auf Ihrer Website Anwendungen die momentan nur mit einer älteren Version funktionieren, dann sprechen Sie mit Ihrem Provider. Diese bieten manchmal einen kostenpflichtigen Extended Support für ältere, nicht mehr unterstützte Versionen an (z. B. 1&1 und Strato). Ihnen bleibt dann mehr Zeit die Aktualisierungen und Anpassungen vorzunehmen, um zu einer aktuellen PHP-Version wechseln zu können.

Mein Provider bietet mehrere PHP-Versionen an

Die Provider bieten mindestens eine aktuelle Version und eine Vorgängerversion von PHP an. Die aktuelle Version ist momentan PHP 7.2, die Vorgängerversion Version ist PHP 7.1. Die Version 5.6 wird teilweise noch angeboten, für diese Version gibt es aber nur noch Sicherheitsupdates bis zum 31.12.2018. Die Zeiträume für den Support der einzelnen Versionen finden Sie hier: http://php.net/supported-versions.php.

Fazit:

Eine aktuelle PHP-Version ist immens wichtig, denn sie schließt Sicherheitslücken, bringt Verbesserungen mit und trägt zum reibungslosen Betrieb Ihrer Website bei. Gehen Sie kein Risiko ein und kümmern Sie sich rechtzeitig um die Aktualisierung.

Achtung! Es macht nur Sinn auf die jeweils aktuellste Version zu wechseln, wenn Sie sicher sind, dass alle Komponenten/Anwendungen Ihrer Website dafür ausgelegt sind. Sinnvoller ist es manchmal die Vorgängerversion zu wählen. Nehmen Sie keine Umstellungen alleine vor, wenn Sie unsicher sind und sich nicht auskennen.

Checkliste:

Vor der Umstellung:

  1. Fertigen Sie unbedingt eine Sicherung Ihrer Website, der Datenbank und aller Dateien an
    (Lesen Sie hier mehr zum Thema Sicherheit und Backups)
  2. Bringen Sie das CMS, alle Erweiterungen, Plugins und das Theme auf den aktuellen Stand
  3. Sind das CMS, die Website sowie die Anwendungen, Erweiterungen und Plugins für die gewählte PHP-Version geeignet?
  4. Wenn Sie eigene, spezielle Anwendungen zu laufen haben, sprechen Sie vorher mit deren Programmierer und lassen ggfs. Anpassungen vornehmen

Überprüfung der Website nach der Umstellung:

  1. Ist die Website erreichbar?
  2. Funktionieren alle Slider, Galerien, Formulare etc.?
  3. Funktioniert das Backend des Content-Management-Systems?
  4. Wenn sich die gewünschte Version nicht einstellen lässt: Existiert eventuell noch ein Eintrag in der .htaccess-Datei?
    Diese Datei sollte nur von erfahrenen Nutzern bearbeitet werden, da Änderungen weitreichende Konsequenzen für die Website haben können.

Sollte alles funktionieren, dann war die Umstellung erfolgreich. Nun haben Sie wieder ein wenig Zeit bis zum nächsten Mal :-).

Kann ich Ihnen helfen?

  • Sie benötigen Unterstützung bei der Aktualisierung der PHP-Version?
  • Sie möchten Ihre Contao-Installation auf den neusten Stand bringen lassen?
  • Sie haben Fragen oder ein Problem mit Ihrer Webseite?

Dann schreiben Sie mir bitte eine Nachricht. Sie haben eine dringende Frage? Schneller geht es, wenn Sie mich gleich anrufen: 030 92407558.

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